Mitgliedschaft für FachberaterInnen im Landesverband

Sie erhalten vielfältige Unterstützung, und können sich mit anderen FachberaterInnen austauschen und an der Weiterentwicklung der Kindertagespflege in NRW beteiligen.

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FAQ - häufig gestellte Fragen


 


Allgemeine Informationen zur Kindertagespflege

Wo bekomme ich Informationen rund um das Thema Kindertagespflege?
An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich über die Kindertagespflege vor Ort informieren möchte?

Die erste Anlaufstelle bei Fragen zur Kindertagespflege ist das jeweilige Jugendamt vor Ort. Dieses kann gegebenenfalls an eine lokale Fachberatungsstelle vermitteln.

Der Landesverband für Kindertagespflege NRW e.V. steht zusätzlich zur Beratung bei allen Fragen rund um die Kindertagespflege zur Verfügung.

Des Weiteren unterstützen Kindertagespflegevereine vor Ort bei vielen Themen.

Ein zusätzliches Angebot ist die Online-Beratung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Jugendämter in NRW

Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Bundesverband für Kindertagespflege e.V.

Landesverband Kindertagespflege NRW e.V.

Online-Beratung Kindertagespflege des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

 

Wo finden wir Unterstützung, wenn wir uns beraten lassen möchten und wie finden wir einen Platz in der Kindertagespflege?

Die Jugendämter vor Ort und /oder die lokalen Fachberatungsstellen sind bei der Vermittlung und während des gesamten Betreuungsverhältnisses Ansprechpartner*innen. Sie helfen gerne bei allen Fragen.

Jugendämter vor Ort

Die Jugendämter vor Ort geben Ihnen Auskunft über weitere Fachberatungsstellen in Ihrer Kommune / in Ihrem Kreis.


Gesetzliche und rechtliche Vorgaben

Welche maßgeblichen Gesetze sind für die Kindertagespflege von Bedeutung?

Für die Kindertagespflege sind die gesetzlichen Bestimmungen im Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) §§ 2, 5, 22 bis 24, 43 und 90 aber auch §§ 72a, 76, 86, 87a, 97a, 98, 99, 104 und 105 geregelt.

Die landesrechtlichen Bestimmungen NRW sind im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern in Nordrhein-Westfalen Kinderbildungsgesetz (KiBiz §§ 1 bis 4, 9 Abs.1, 10 Abs. 2 und 4, 11 Abs.1, 13, 13a Absatz 3, in Verbindung mit den Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren 13b, 13c, 14, 14a, 16, 17, 18, 22, 23 und 26 Absatz 2) verankert.

Darüber hinaus sind Satzungen oder Richtlinien zur Kindertagespflege seitens der Träger der öffentlichen Jugendhilfe vor Ort zu beachten. Hier sind unter anderem die Ausgestaltung und Höhe der laufenden Geldleistungen, die an die Kindertagespflegepersonen zu zahlen sind, Höhe und Staffelung der Elternbeiträge, Anforderungen an Grund- und Aufbauqualifizierung bzw. Fort- und Weiterbildung der Kindertagespflegepersonen und die Regelungen der Ausfallzeiten festgelegt.

Wer versorgt unser Kind, wenn die Kindertagespflegeperson krank ist oder Urlaub hat?

Für Ausfallzeiten einer Kindertagespflegeperson ist das Jugendamt vor Ort (nach § 23 Abs. 4 Satz 2 SGB VIII) zuständig. Dabei stellt das Jugendamt sicher, dass die Kinder und Eltern im Vorfeld die Gelegenheit erhalten, die Vertretungsperson kennenzulernen.

Die Vertretungskraft verfügt über eine Erlaubnis zur Kindertagespflege und darf die Betreuung von max. 5 Kindern nicht überschreiten.

Die konkreten Vertretungsregelungen sind in Absprache mit den Eltern des Tageskindes im Betreuungsvertrag schriftlich festzuhalten.

Muss ich für eine Großtagespflegestelle immer eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen?

Wenn zwei oder maximal drei Kindertagespflegepersonen gemeinsam eine Großtagespflegestelle betreiben, sind sie auch ohne besondere (schriftliche) Vereinbarung oder Vertrag automatisch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Die GbR ist in den §§ 705 – 740 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt.


Finanzierung in der Kindertagespflege

Wie gestaltet sich die finanzielle Förderung in Bezug auf U3 in der Kindertagespflege?

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen stellen dem Landschaftsverband Rheinland und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe hierfür Finanzmittel bereit. Beide Landschaftsverbände fördern Investitionen in der Kindertagespflege, die der Schaffung neuer Plätze für Kinder unter drei Jahren dienen. Diese müssen beim örtlichen Jugendhilfeträger (Jugendamt) beantragt werden.

Grundlage der Förderung ist die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen für zusätzliche Plätze in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege“ gemäß dem Runderlass des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW (MKFFI) vom 3. August 2017.

 

Welche Anträge für Investitionskosten können gestellt werden?

Gefördert werden investive Maßnahmen, die der Herrichtung der Räume für die Tätigkeit der Kindertagespflege dienen (sowohl im Haushalt der Kindertagespflegeperson als auch im Haushalt der Eltern der Tageskinder).

Die Förderung erfolgt durch die Zahlung eines Pauschalbetrags in Höhe von 500 Euro pro neu geschaffenen Platz für U3-Kinder. Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei 2500 Euro.

Es werden außerdem investive Maßnahmen in anderen geeigneten Räumen gefördert. Beantragt werden können Mittel für Neubau-, Ausbau- oder Umbaumaßnahmen bzw. Fördermittel für die Ausstattung.

Wie gestaltet sich die finanzielle Förderung in Bezug auf Inklusion in der Kindertagespflege?

Für Kinder mit Behinderung oder Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, und bei denen dies von einem Träger der Eingliederungshilfe festgestellt wurde, erhält das Jugendamt die 3,5-fache Pauschale, die das Land NRW bereitstellt. Jugendämter erhalten diese Pauschale pro Jahr.

Beim Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL)

besteht zusätzlich die Möglichkeit, eine weitere Pauschale von 5000 € für Kinder mit Behinderung in Kindertagespflege pro Betreuungsjahr zu beantragen.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR)

fördert die frühkindliche Erziehung und therapeutische Behandlung von Kindern mit (drohender) Behinderung in der Kindertagespflege. Jugendämter erhalten für Kinder mit Behinderung in der Kindertagespflege auf Antrag eine Pauschale in Höhe von 5000 €, die sog. IBIK-Pauschale (Pauschale zur Unterstützung der inklusiven Betreuung von Kindern mit Behinderung in der Kindertagespflege).

 


Erlaubnis zur Kindertagespflege/Qualifizierung

Wie werde ich Kindertagespflegeperson?

Informationen zu Bildungsträgern, die entsprechende Qualifizierungen durchführen, erhalten Interessierte beim zuständigen Jugendamt oder beim Landesverband Kindertagespflege NRW e.V.

Wie bekomme ich die Erlaubnis zur Kindertagespflege?

Die Personen, die sich für die Tätigkeit in der Kindertagespflege interessieren, benötigen eine Erlaubnis des örtlichen Jugendamtes. Vor Erteilung der Erlaubnis wird unter anderem geprüft (SGB VIII § 43 und KiBiz § 4), ob sich die Person zur Kindertagespflegeperson eignet, für die Kindertagespflege qualifiziert ist und geeignete Räumlichkeiten für die Betreuung zur Verfügung stellen kann.

Zusätzlich muss bei Durchführung der Kindertagespflege in privaten Räumlichkeiten für alle im Haushalt lebenden Personen, die über 18 Jahre alt sind, ein erweitertes Führungszeugnis gem. § 30a Bundeszentralregistergesetz (BZRG) vorliegen.

Die Qualifizierung bezüglich der Anforderungen in der Kindertagespflege müssen durch vertiefte Kenntnisse nachgewiesen werden.

Wie sieht die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen aus?

Um die Eignung zu nachzuweisen, müssen Kindertagespflegepersonen "über vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege verfügen, die sie in qualifizierten Lehrgängen erworben oder in anderer Weise nachgewiesen haben" (§ 23 Abs. 3 SGB VIII).

Grundqualifizierungen werden beispielsweise von Jugendämtern, Kindertageselternvereinen, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen und anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen angeboten.

Als Grundlage für die Qualifizierung dienen das Curriculum des DJI (Deutsches Jugendinstitut) „Qualifizierung in der Kindertagespflege“ im Umfang von 160 Unterrichtsstunden oder das „Kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“ (QHB) des DJI mit 300 Unterrichtseinheiten, welches seit 2015 verwendet wird.

Weitere Informationen zum „Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“ (QHB) sind beim Bundesverband für Kindertagespflege e.V. zu finden und nachzufragen.


Tätigkeit als Kindertagespflegeperson

Wie viele Kinder darf ich betreuen? Wie viele Betreuungsverträge darf ich abschließen?

Kindertagespflegepersonen können laut Gesetz bis zu fünf fremde Kinder gleichzeitig betreuen. Im Einzelfall können sie insgesamt acht Kinder über die Woche (zu unterschiedlichen Zeiten, regelmäßiges Platz-Sharing) verteilt betreuen. Kindertagespflegepersonen können daher maximal acht Betreuungsverträge abschließen.

Ausschlaggebend für die genehmigte Anzahl der Kinder, die Kindertagespflegepersonen betreuen dürfen, ist der Stand der Qualifikation, der Praxiserfahrung sowie eventuell zu berücksichtigende eigene Kinder.

Bei einem Verbund von Kindertagespflegepersonen (Großtagespflege) ist im KiBiz festgehalten, dass insgesamt höchstens neun Kinder durch höchstens drei Kindertagespflegepersonen betreut werden dürfen.

Über eine Pflegeerlaubnis muss jede Kindertagespflegeperson verfügen.

Wer berät die Kindertagespflegepersonen?

Die Verantwortung für die fachliche Beratung der Kindertagespflegepersonen (§ 23 Absatz 1 SGB VIII) obliegt dem Jugendamt vor Ort.

Die Aufgaben der Fachberatung für Kindertagespflege können aber auch einem freien Träger vor Ort übertragen worden sein.

Kindertagespflegepersonen und Eltern haben ein Recht auf Beratung in allen Fragen der Kindertagespflege (SGB VIII § 23).

Gibt es Muster-Betreuungsverträge?

Ja, der Bundesverband für Kindertagespflege e.V. und der Landesverband Kindertagespflege NRW e.V. stellen gegen ein Entgelt einen ausführlichen Vertragsentwurf zur Verfügung.


Bezahlung in der Kindertagespflege

Was kostet die Betreuung in der Kindertagespflege?

Die Kosten richten sich nach der öffentlichen Förderung. Sie sind in Satzungen / Richtlinien / Empfehlungen zur Kindertagespflege vor Ort verankert.

Die Höhe des Elternbeitrags bei öffentlich geförderten Plätzen ist abhängig vom Einkommen der Eltern und wird vom örtlichen Jugendamt festgesetzt (siehe Elternbeitragstabelle).

Bei privat finanzierter Kindertagespflege wird die Höhe der Bezahlung zwischen den Eltern und der Kindertagespflegeperson frei vereinbart.

Ausschlaggebend für die anfallenden Kosten ist, wie viele Stunden in der Woche das Kind betreut wird.

Ich wohne in einer anderen Kommune als mein Tageskind, die Eltern arbeiten ebenfalls in einer anderen Kommune. Welches Jugendamt ist für die Zahlung der Geldleistung zuständig?

Es zahlt das Jugendamt am Wohnort des Kindes.

Warum sind die Verdienstmöglichkeiten von Fall zu Fall und von Ort zu Ort so unterschiedlich?

Weil die Zuständigkeiten beachtet werden müssen.

Die Finanzierung der öffentlichen Kindertagespflege liegt in der Zuständigkeit der Kommune vor Ort und kann deshalb nicht bundesweit einheitlich geregelt werden.

Die Jugendämter haben die Höhe der Geldleistung entsprechend der Vorgaben der bundesgesetzlichen Regelung des § 23 SGB VIII unter Beachtung der hierzu ergangenen Ausführungsgesetze der jeweiligen Bundesländer auszugestalten.


Versicherung in der Kindertagespflege

Welche Versicherungen brauche ich und muss ich alle Versicherungen selbst bezahlen?

Kindertagespflegepersonen, die mehr als 450€ verdienen, sind dazu verpflichtet, die gesetzlichen Sozialversicherungen zu zahlen. Zu den gesetzlichen Sozialversicherungen zählen Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe übernehmen die hälftige Erstattung nachgewiesener Beiträge zu einer angemessenen Altersversicherung sowie die hälftige Erstattung nachgewiesener Beiträge zu einer angemessenen Kranken- und Pflegeversicherung. Zusätzlich werden bei selbständig tätigen Kindertagespflegepersonen nachgewiesene Beiträge zu einer privaten Unfallversicherung voll erstattet.

Im Falle einer Beschäftigung auf Minijob-Basis (sogenannte geringfügig entlohnte Beschäftigungen, bei denen der Verdienst regelmäßig im Monat die gesetzlich festgelegte Höchstgrenze von 450 Euro nicht übersteigt) fallen keine Beiträge für eine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an.

Seit 2013 sind auch geringfügig Beschäftigte / Minijober*innen in der Rentenversicherung automatisch pflichtversichert, allerdings können sie sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Ist eine Betriebshaftpflicht dasselbe wie eine Berufshaftpflicht? Und reicht meine Privathaftpflicht für die Tätigkeit als Kindertagespflegeperson aus?

Wenn Kindertagespflegpersonen bereits eine Privathaftpflichtversicherung haben, sind hier eventuell bereits 5 Tageskinder mitversichert. Dies muss bei der Versicherung erfragt werden. Ansonsten sollte der Vertrag auf Kindertagespflege erweitert oder ein gesonderter Vertrag abgeschlossen werden.

Arbeiten Kindertagespflegepersonen außerhalb der eigenen Wohnung (angemietete Räume), benötigen sie eine Betriebshaftpflichtversicherung. Es empfiehlt sich, bei jedem Versicherungsabschluss genau nachzufragen, inwieweit die Versicherung Schäden übernimmt, die a) die Tageskinder im eigenen privaten Haushalt anrichten, b) die die Tageskinder gegenüber Dritten verursachen. Stichworte zur Nachfrage sind das Alter der Kinder (in Kindertagespflege betreute Kinder sind in der Regel unter 7 Jahre alt und damit für Schäden, die sie verursachen, nicht haftbar zu machen; zwischen 7 und 14 Jahren sind Kinder nur bedingt haftungsfähig).

Bei der Übernahme der Kosten von durch (Klein-)Kinder verursachten Schäden spielt auch immer die Aufsichtspflicht eine Rolle. Die meisten Versicherungen zahlen nur, wenn Eltern bzw. Kindertagespflegepersonen die Aufsichtspflicht verletzt haben.

Am besten lassen Sie sich von Ihrer Versicherung schriftlich bestätigen, für welche Schäden sie bei Ihrer Tätigkeit als Kindertagespflegeperson aufkommt.

Wie ist unser Kind versichert? Besteht eine Absicherung bei Unfällen?

Kinder in Kindertagespflegestellen sind über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt (§ 2 Abs. 1 Nr. 8 a SGB VII). Entscheidend dabei ist, dass die Eignung der Kindertagespflegeperson durch den Jugendhilfeträger festgestellt wurde, das heißt, dass die Kindertagespflegeperson über eine aktuelle Pflegeerlaubnis verfügt. Ob die Kinder in öffentlich oder privat finanzierter Kindertagespflege betreut werden, ist unbeachtlich.

Zu beachten ist, dass eine Kindertagespflegeperson maximal 5 Kinder gleichzeitig betreuen darf und im Falle einer Großtagespflegestelle nur neun Kinder die Großtagespflegestelle besuchen dürfen.